Antisemitismus an Deutschlands Schulen

Die FAZ berichtet in ihrer heutigen Deutschlandausgabe über arabische Verbrecher Jugendliche und ihre antisemitischen Parolen, die in Deutschland augenscheinlich an der Tagesordnung sind. Zu Gewalt, so heisst es, kommt es nur sehr selten. Aber das kann ja noch werden.

Der Hass auf die Anderen

Antisemitismus ist vor allem an den Schulen ein Problem, Gewalt ist aber (noch) die Ausnahme.

Walid ist ein freundlicher junger Mann, etwas schüchtern vielleicht. Wenn er mit Fremden spricht, senkt er den Blick, beantwortet Fragen in knappen, abgehackten Sätzen. Auch seine Position hinsichtlich des Nahost-Konflikts bringt Walid ohne vieleWorte auf den Punkt: „Die Israelis sind schuld.“ Walid, 17 Jahre alt, kurze, akkurat geschnittene dunkle Haare, drückt sich im Berliner Jugendclub Karame in eins der abgewetzten Ledersofas im „arabischen Zimmer“. So nennen die Jugendlichen, die jeden Nachmittag ab 16 Uhr in die arabische Jugendeinrichtung im Stadtteil Moabit kommen, den Raum mit den alten Sofas und Sesseln. Noch lieber sitzen sie aber auf dem flachen, mit Teppichen bedeckten Podest, in der Tradition ihrer Herkunftsländer. Walid ist in Berlin geboren, wie die meisten seiner Freunde auch. Seine Eltern sind in den 70er Jahren vor dem Krieg nach Deutschland geflohen.

So weit würde kaum jemand vonWalid und den Jungs aus dem Jugendclub Notiz nehmen. Wären da nicht diese Vorfälle, die antisemitischen Angriffe, die Beleidigungen und Schmähungen, für die immer häufiger nicht Rechte, sondern arabischstämmige Migranten verantwortlich gemacht werden. Spätestens seit dem Vorfall in Hannover, als eine Gruppe von Jugendlichen mit arabischem Migrationshintergrund bei einem multikulturellen Stadtteilfest eine jüdische Tanzgruppe unter „Juden raus“-Rufen mit Steinen bewarf, hat sich die Wahrnehmung verändert. Die Steinewerfer von Hannover haben bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, der Angriff wurde als Ausdruck eines neuen Antisemitismus unter arabischstämmigen Jugendlichen gewertet.

Die Kriminalstatistik gibt darüber zunächst wenig Aufschluss. Gewalt muslimischer Täter gegen Juden ist in Deutschland die Ausnahme. Einzig wenn sich der Nahost-Konflikt zuspitzt, steigt auch in Deutschland die Zahl antisemitischer oder antiisraelischer Straftaten, die Tätern aus dem muslimischen Milieu zugeordnet werden. So auch im Jahr des Libanon- Kriegs, 2009, als diese Tätergruppe für mehr als 100 Straftaten mit antisemitischem Hintergrund verantwortlich gemacht wurde. Knapp jede zehnte davon war eine Gewalttat. Die meisten Vorfälle aber kommen in der Statistik gar nicht vor. Wenn Lehrer an Berliner Schulen „Du Jude“ als abschätzige Bezeichnung unter ihren Schülern hören, wundern sie sich schon lange nicht mehr.

Antisemitische Schmierereien an Hauswänden gehören in manchen Stadtteilen zum Straßenbild. Jüdische Organisationen sind alarmiert, warnen davor, beim Thema Antisemitismus nur nach rechts zu blicken. „Was an den Schulen passiert, muss einem ernsthaft Sorgen bereiten“, sagt etwa Christian-H. Zimmermann vom Koordinierungsrat gegen Antisemitismus. Was an den Schulen passiert, darüber weiß Harry Schapira ziemlich genau Bescheid. Im Hauptberuf ist der 61-Jährige Lehrer an einer Berliner Berufsschule. Zugleich arbeitet er an mehreren Berliner Schulen in Antisemitismus- Projekten. Wenn er denn überhaupt zur Hilfe geholt wird. Denn aus Angst, der Ruf könne Schaden nehmen, melden viele Schulen antisemitische Vorfälle nicht.

„Dazu kommt, dass viele Lehrer zunächst einmal für das Problem sensibilisiert werden müssten“, klagt Schapira. Auch das Hintergrundwissen zum Nahost- Konflikt sei oft nicht ausreichend, um judenfeindlichen Äußerungen im Klassenzimmer begegnen zu können, es fehle an pädagogischen Konzepten. „Viele Lehrer ziehen sich lieber auf ihr Fachgebiet zurück“, sagt Schapira. Nicht nur aus Schapiras Sicht ist das Versagen der Schulen hier besonders problematisch, weil viele Jugendliche ihr wenig fundiertes Weltbild dann eben aus anderen Quellen zusammensetzen. Berüchtigt ist etwa die fiktive TV-Serie „Sahras blaue Augen“ eines arabischen Senders, in der ein israelischer General im Westjordanland einem palästinensischen Mädchen die Augen entnehmen lässt, um sie seinem erblindeten Sohn einsetzen zu lassen.

Antijüdische Propaganda, wenn auch nicht immer derart drastisch, kursiert auch im Internet zuhauf. Die so transportierten Vorurteile und Verschwörungstheorien gegenüber Juden fallen dann etwa bei den arabischstämmigen Migranten auf fruchtbaren Boden, deren Familien aufgrund eines ungeklärten Aufenthaltsstatus schlecht integriert sind und die sich ausgegrenzt fühlen. Sie fühlen sich in der Opfer-Perspektive verbunden mit den Palästinensern im Nahost-Konflikt – und teilen das Feindbild: die Juden. Mohammad Zaher, der Leiter des arabischen Jugendclubs Karame, sieht die zweite Generation der Libanon- Flüchtlinge in einem Zwiespalt. Fast alle sind gebürtige Berliner, in der Schule lernen sie was Freiheit, Demokratie und Meinungsfreiheit bedeuten.

Zuhause läuft Al-Dschasira, ihre Eltern leben ihnen den Lebensstil vor, den sie aus ihrer Heimat kennen. Und die Schuldfrage im Nahost-Konflikt kennt auch meist nur eine Antwort. Auch bei Walid zu Hause läuft nur arabisches Fernsehen. Alles Weitere, was er über den Nahost- Konflikt weiß, hat er bei Karame gelernt. Etwa die einfache Wahrheit, dass es nicht nur auf palästinensischer Seite Opfer gibt. Seit mehr als fünf Jahren geht er nachmittags in den Jugendclub, hat an Workshops teilgenommen. Für Zaher ein gutes Beispiel. „Ein paar Kumpels von mir sind da extremer“, sagt Walid am Ende. „Also wenn ich Jude wäre, würde ich das an meiner Schule lieber für mich behalten.“


Advertisements

Eine Antwort

  1. Der eindeutige Bezug zum Koran, also ideologisch eingepflanzter Judenhass, kommt leider nicht vor. Dabei ist diese Anti-Judenhaltung auch gänzlich ohne Al-Dschasira oder propagandistischer Filme eine logische Folge für einen Mohammedaner. Der Koran schreibt diesen Hass ja regelrecht vor.

    „Zuhause läuft Al-Dschasira, ihre Eltern leben ihnen den Lebensstil vor, den sie aus ihrer Heimat kennen.“

    Das glaube ich auch nicht so ganz. Der Vater hängt nutzlos Zuhause herum und die Familie bekommt mehr Geld vom Amt, als der Vater mit seiner Hände Arbeit je verdienen könnte. Weder in D noch im Libanon.
    Das ist ein großer Unterschied. In D lebt es sich insgesamt besser, als in L nach getaner Arbeit. Wo kann der Vater da noch Vorbild sein?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: