Anzeichen der schleichenden Inflation

O.K. hört sich jetzt vielleicht dumm an, da es hier „nur“ um den Kaffeepreis geht. Allerdings kann ich mich erinnern dass die Gemüsepreise, die Obstpreise und und und gestiegen sind. Das hat natürlich nichts mit der kommenden Inflation zu tun. Nun, jetzt steigt der Kaffeepreis um einen satten Euro per Kilogramm. Der Grund ist natürlich wieder einmal ein Preisanstieg der Rohstoffkosten. Nur, wer glaubt das noch?

KÖLN. Aldi hat den Anfang gemacht – jetzt erhöhen auch andere die Kaffeepreise: Die Menschen in Deutschland müssen für ihr Lieblingsgetränk bei Rewe und Edeka ebenfalls mehr bezahlen. Der Einstiegspreis für 500 Gramm gemahlenen Röstkaffee liege nun bei 2,99 Euro, 50 Cent mehr als vorher, teilten die Unternehmen am Freitag mit. Grund seien die hohen Rohstoffkosten.

„Die Preise für Arabica-Rohkaffee sind in den letzten Monaten kontinuierlich immer weiter gestiegen – wir mussten das irgendwann an die Kunden weitergeben“, sagte ein Rewe-Sprecher. Tengelmann wartet noch ab: „Wir können Preiserhöhungen aber nicht ausschließen.“

Aldi hatte in dieser Woche den Preis für seine günstigste Arabica-Kaffeemarke von 2,49 auf 2,99 Euro erhöht. So teuer sei dieses Produkt seit mindestens zehn Jahren nicht mehr gewesen, sagte Matthias Queck vom Handelsinformationsdienst Planet Retail. „Es ist aber kein historischer Höchststand.“ (dpa)

UPDATE

Keksprimus Bahlsen leidet unter drastisch gestiegenen Rohstoffkosten / Mars hebt Riegelpreise an

Hannover. Die Welle von Preiserhöhungen erfasst auch die Süßwarenindustrie. Der SchokoriegelherstellerMars hat bereits Preiserhöhungen für dieses Jahr angekündigt. Deutschlands Keksprimus Bahlsen sieht sich vor ähnlichen Schritten. „Wenn die Rohstoffkosten so weitersteigen, werden wir die Preise anheben müssen“, sagte Inhaber und Firmenchef Werner Michael Bahlsen dieser Zeitung.

Bereits in den vergangenen Monaten hätten sich die Kosten für wichtige Rohstoffe wie Kakao, Butter, Weizen oder Palmöl teils verdoppelt. „Das kostet uns einen zweistelligen Millionenbetrag“, so Bahlsen. Bislang habe man sich noch zurückgehalten, könne aber kurzfristig reagieren. Bahlsen forderte den Handel auf, „nicht länger so zu tun, als gäbe es die Entwicklung an den Rohstoffmärkten nicht“.

Viele Preisverhandlungen in der Branche ziehen sich schon seit Monaten hin, weil sich die Handelsriesen gegen Erhöhungen sträuben. Bahlsen hatte bereits vor zwei Jahren harte Kämpfe auszufechten, als er im Zuge seiner Premiumstrategie höhere Preise durchsetzen wollte. Am Ende konnte sich der Unternehmer in den meisten Fällen durchsetzen – mancher Händler hat sein Bahlsen- Angebot allerdings auch ausgedünnt.

Dazu gehört pikanterweise auch Bahlsens hannoverscher Unternehmerkollege Dirk Rossmann. Trotz der Rohstoffbelastung habe es im vergangenen Jahr noch zu einem Gewinn gereicht, sagte Bahlsen, ohne ins Detail gehen zu wollen. Der Konzernumsatz schrumpfte um ein Prozent auf 502 Millionen Euro, in Deutschland mit minus 2 Prozent auf 321 Millionen Euro noch etwas deutlicher. Gleichwohl konnte der Konzern seinen Marktanteil über alle Handelssegmente einschließlich der Discounter auf 12,7 Prozent leicht ausbauen.

Der Grund liegt vor allem im Erfolg des Keksriegels „Pick Up“, den 2010 auch der Discounter Lidl ins Sortiment aufgenommen hat. Der Umsatz mit dem Artikel legte allein in Deutschland um mehr als ein Fünftel auf 33 Millionen Euro zu. Der „Pick Up“ rückte damit erstmals in die Top Ten des Riegelmarktes auf und ließ Produkte wieMars,Twix oder Kitkat hinter sich. Im Einzelhandel jenseits der Discounter musste Bahlsen allerdings Marktanteile abgeben. Der Grund liegt vor allem in der Offensive des Nahrungsmittelriesen Kraft, der inzwischen unter der Marke Milka auch Kekse in Deutschland verkauft.

Den Marktanteilen möge das geschadet haben, räumte Bahlsen ein, nicht jedoch den Umsätzen. Milka komme „obendrauf“, sagte er. Es werde interessant zu sehen, wie hoch die Wiederverkaufsraten bei den Produkten ausfallen. Gleichwohl stellt sich der Unternehmer auf einenDaueraufenthalt von Kraft im deutschen Markt ein. Denn der USKonzern will auch seinen „Weltkeks“ Oreo künftig stärker in Deutschland vermarkten. Mit ihren Neuheiten 2011 reagieren die Hannoveraner bereits auf Kraft. Wie auch Milka haben sie künftig Cookies im Angebot. Und der neue „Pick Up Black & White“ ähnelt mit seinen dunklen Schokokeksen und der weißen Füllung auffallend dem Oreo-Keks. dpa

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