Türkische Medien helfen der Jugend, nur welcher?

Der türkischen Jugend natürlich, wer hätte das gedacht.

jor. FRANKFURT. „Bildung ist Zukunft“, kurz Biz, heißt eine Kooperation türkischer Medienunternehmen, die gestern in der Frankfurter Industrie- und Handelskammer gegründet wurde. Ziel ist es vor allem, die nach wie vor vergleichsweise schwierige Bildungs- und Ausbildungssituation von Jugendlichen türkischer Herkunft zu verbessern. Das bundesweite Netzwerk ist beim Zentrum für Türkeistudien der Universität Duisburg-Essen angesiedelt und wird vom Bundesbildungsministerium gefördert.

Haci-Halil Uslucan, Professor am Zentrum für Türkeistudien, sieht in einer mangelnden Unterstützung und Anleitung der jungen Leute im Elternhaus eine zentrale Ursache des schlechten Abschneidens türkischer Jugendlicher. Untersuchungen hätten gezeigt, dass türkische wie auch italienische Jugendliche deutlich hinter ihren Altersgenossen spanischer Herkunft zurückblieben.

Auf der Suche nach den Gründen habe sich rasch herausgestellt, dass die spanischen Eltern, obgleich nicht privilegierter als die Vergleichspersonen aus der Türkei oder Italien, sehr viel mehr Energie darauf verwandt hätten, ihren Kindern beim erfolgreichen Durchlaufen des deutschen Bildungssystem zu helfen. Die Medienmanager türkischer Herkunft waren sich einig darüber, dass der erste Schritt in einer besseren Information der Eltern bestehe, um über sie dann den Jugendlichen bessere Chancen auf dem deutschen Ausbildungsund Arbeitsmarkt zu eröffnen.

Kenan Kubilay, Geschäftsführer der Ihlas Mediengruppe, bei der unter anderem die Zeitung „Türkiye“ erscheint, sagte, die Familie, die Eltern und hier ganz besonders die Mütter, die einen zentralen Einfluss auf die Kinder hätten, müssten sehr viel mehr über Berufsausbildungen wissen. Sein Haus bemühe sich immer wieder, Berufe und die Wege dorthin darzustellen.

Tamer Ergün, Manager beim zweisprachigen Radiosender Radyo Metropol, berichtete, dass er im Gespräch mit Bewerbern immer wieder auf eine fundamentale Fehleinschätzung der eigenen Fähigkeiten und Qualifikation stoße. So komme es vor, dass sich junge Leute als Moderatoren bewürben, in der Annahme, sie sprächen gutes Deutsch und gutes, rundfunktaugliches Türkisch, tatsächlich aber beherrschten sie die Sprache der Eltern nur schlecht.

Er forderte von Arbeitgebern, die Bewerbungen wegen mangelnder Sprachkompetenz ablehnten, den Grund der Ablehnung dem Betreffenden auch ganz unmissverständlich zu nennen. Anderenfalls entstehe bei den Jugendlichen der diffuse Eindruck, dass man sie eben in Deutschland nicht wolle. Eine große Schwierigkeit sieht Tamer Ergün auch darin, dass viele türkischstämmige Männer und Frauen praktisch keine regionalen Medien nutzten, keine türkischen und schon gar keine deutschen.

Integration basiere aber gerade auf einer guten regionalen Information.

Eine Antwort

  1. Da könnte als Erstes mal helfen, diesem gewaltverherrlichendem Faschismus, der unter dem Deckmäntelchen der angeblichen Religion bei lernresistenten Gutmenschen mit Realitätsphobie immer noch Legitimität geniesst, abzuschwören.

    Islam ist (meistens) heilbar – manchmal jedoch tödlich.

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