Die NPD und die fetten Negerkinder

BERLIN/DAPD/DPA/MZ – Ein Datenleck bringt die NPD in Bedrängnis. Mehrere Medien berichteten gestern, ihnen seien mehr als 60 000 interne E-Mails der rechtsextremen Partei zugespielt worden. Die Korrespondenz stamme vornehmlich aus der Zeit von März 2010 bis Januar 2011 und biete Einblick in die Strategie der NPD im Superwahljahr, schreibt die Berliner Tageszeitung „taz“. Ein Schwerpunkt in den E-Mails liegt auf Sachsen-Anhalt, wo am 20. März ein neuer Landtag gewählt wird. Die Rechtsextremen setzen alles daran, hier über die Fünf-Prozent-Hürde zu kommen und so in das dritte Landesparlament einzuziehen. Der Weg dorthin werde aber „nur über eine gigantische Materialschlacht erfolgreich zu beschreiten sein“, heißt es in einer E-Mail vom 12. Oktober. Der „taz“ zufolge finden sich in der Sammlung Schriftwechsel zwischen den führenden Köpfen der NPD, aber auch Anweisungen an örtliche Kader, Rechnungen, Mitgliederlisten und Darlehensverträge.

Dabei bildeten die Mails „die menschenfeindliche, rassistische und neonazistische Ideologie der Partei ab“. So zögen NPD-Politiker etwa über „Negerkinder“ und das „Fettfüttern von Bimbos“ her. Intern sollen NPD-Kader demnach auch die strafbare Formel „mit Deutschem Gruß“ nutzen oder ihre Mails mit der Abkürzung „88“ beenden – ein Synonym der rechtsextremen Szene für „Heil Hitler“. Die E-Mails könnten derweil für die NPD in Sachsen ein Nachspiel haben.

Aus dem Material gehe hervor, wie die rechtsextreme Partei ihren Wahlkampf in Sachsen-Anhalt in Teilen unzulässigerweise aus der Dresdner Landtagsfraktion lenke, berichteten „taz“ und „tagesschau. de“. Inzwischen prüft die Landtagsverwaltung in Dresden, ob ein Anfangsverdacht auf Missbrauch von Fraktionsmitteln vorliegt, wie ein Sprecher des Parlaments sagte. NPD-Fraktionssprecher Thorsten Thomsen bestritt den Vorwurf.

NPD-Sprecher Klaus Beier sagte, falls interne Mails illegal weitergeleitet worden seien, werde seine Partei die Angelegenheit den Rechtsanwälten übergeben.

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