IM NAMEN DES VOLKES (oder des Spiegels) ?

Nun, der Spiegel masst sich an die Bildzeitung als eine rechtspopulistische Partei darzustellen und versucht auch krampfhaft dieses zu beweisen. Da der (übrigens hoch interessante) Artikel 10 Seiten umfasst hier nur ein paar Auszüge. Wer den ganzen Artikel lesen möchte klicke bitte hier oder auf obiges Spon-Banner.


Auch in finsteren Zeiten kann sich Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg auf treue Freunde verlassen, vor allem wenn es sich um Journalisten aus dem Hause Springer handelt. Am Dienstag war die „Bild am Sonntag“-Redakteurin Anna von Bayern in der ARD-Sendung „Maischberger“ zur Stelle und rang wie eine Ehefrau um Verständnis für den jungen Familienvater, der in siebenjähriger Nachtarbeit seine Doktorarbeit erstellt, dabei ein paar Fehler gemacht und nun als großartiger Minister Ziel einer Kampagne geworden sei. Aber: „Er ist auch ein Mensch.“

Abseits der politischen Bühne sind fortlaufend Fälle anzuzeigen, die die ethischen Standards und die journalistische Qualität der „Bild“ und ihrer Mitarbeiter in Frage stellen. Kein deutsches Medium wird häufiger vom Deutschen Presserat dafür gerügt, die Grenzen des Gewerbes zu verletzen.

Wer Kai Diekmann mit dem Vorwurf des Populismus kommt, erhält von ihm Antworten, die so klingen, als könnte er zwischen populistischer Verkürzung und sachlicher Argumentation nicht sauber unterscheiden.

Das Phantombild eines durchschnittlichen „Bild“-Lesers zeigt weiterhin einen nicht mehr ganz jungen Mann mit eher schwacher Schulbildung und geringem Einkommen. Gemessen an den Inhalten der Zeitung, so steht zu vermuten, dürfte er des Weiteren ein eher konservativer Mensch sein, der Europa nicht leiden kann, mit Ausländern wenig am Hut hat, die Globalisierung fürchtet, lieber RTL als ARD schaut und politisch zum Nichtwählertum tendiert.

Wie Guttenberg in „Bild“ fortlaufend gehuldigt wird, sucht selbst in der schillernden Historie des Blatts seinesgleichen. „Bild“ macht kein Hehl mehr daraus, wen sie gern und bald im Kanzleramt sehen möchte. Mit Guttenberg, so hat es den Anschein, will sie sich erstmals einen eigenen Kandidaten schaffen, und das klingt so: „CSU-Chef, Ministerpräsident oder sogar Kanzler … In welches Amt stürmt Guttenberg 2011?“

Sarrazin war deshalb ein Glücksfall für die Zeitung. Das Blatt begnügte sich nicht mit einem Vorabdruck aus dem Buch (auch der SPIEGEL druckte Auszüge ab), es feierte ihn geradezu als querdenkenden Helden, der unliebsame Wahrheiten ausspricht, und startete eine Monate währende Kampagne gegen Migranten in Deutschland. „Bild“ vertrat dabei Positionen, die aus dem Programm einer rechtspopulistischen Partei stammen könnten, und sie bediente sich auch einer entsprechenden Rhetorik. Fast täglich wurden neue Gruselgeschichten aus dem Reich der Migranten geliefert. „Ich bin eine Import-Braut“, war ein Artikel über eine junge Muslimin überschrieben.

Tatsächlich lebt das Blatt tagtäglich mit wirbelnden Widersprüchen, die kaum je aufgelöst werden. Das Wichtige und das Unwichtige sind nie zu trennen, vielleicht liegt darin eine zynische Welthaltung, auf jeden Fall erklärt sich auch der Unterhaltungswert der „Bild“ aus diesem Umstand.

„Bild“-Kolumnist Franz Josef Wagner, der heute auf Guttenbergs Doktortitel „scheißt“, schrieb noch im vorvergangenen Sommer, als an deutschen Unis ein Skandal um verkaufte akademische Würden aufflog, an einen „falschen Dr. Schmidt“: „Wenn der Doktortitel heute verramscht wird, dann müssen wir uns nicht wundern, wenn Nobelpreise andere kriegen.“

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Eine Antwort

  1. „Nun, der Spiegel masst sich an die Bildzeitung als eine rechtspopulistische Partei darzustellen und versucht auch krampfhaft dieses zu beweisen.“

    So so … na dann machen wir doch mal eine politisch inkorrekte Zeitreise ins Jahr des Herrn 1973.

    (30.07.1973)

    DER SPIEGEL 31/1973
    „Die Türken kommen – rette sich, wer kann“

    „Fast eine Million Türken leben in der Bundesrepublik, 1,2 Millionen warten zu Hause auf die Einreise. Der Andrang vom Bosporus verschärft eine Krise, die in den von Ausländern überlaufenen Ballungszentren schon Lange schwelt. Städte wie Berlin, München oder Frankfurt können die Invasion kaum noch bewältigen: Es entstehen Gettos, und schon prophezeien Soziologen Städteverfall, Kriminalität und soziale Verelendung wie in Harlem.“

    p.s. Wer weiter die Realität aus dem Jahre 1973 konsumieren möchte, der tue das bitte unter der u.a. Internetseite, die ich … ach zu gerne zu Verfügung stelle.😉

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41955159.html

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