Sklavenarbeit in Deutschland boomt wieder

Adecco legt in Deutschland kräftig zu

Die starke Konjunktur in Deutschland beflügelt das Geschäft des Zeitarbeitsunternehmens Adecco. Die Impulse kommen vor allem von den Automobilherstellern sowie aus den Industriebetrieben und der Elektronikbranche. Sie verhalfen dem Konzern zu einem Umsatzsprung in den ersten drei Monaten in der Region Deutschland/Österreich um 38 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 356 Millionen Euro. Nur Italien schaffte noch ein Wachstum in dieser Größenordnung, wie der jüngste Zwischenbericht ausweist. Der Betriebsgewinn (Ebita) betrug 29 Millionen Euro. Damit verbesserte sich die Umsatzrendite um 3 Prozentpunkte auf 8,1 Prozent. Vor dem Hintergrund einer schon starken Vergleichsbasis im Vorjahr steigerte der Gesamtkonzern den Quartalsumsatz um 18 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro. Einschließlich Währungsund Akquisitionseffekten waren es sogar 24 Prozent. Die Vermittlung von Industriearbeitern zog zweieinhalbmal so stark an wie die von Bürokräften.

Das Ebita sprang um 47 Prozent auf 172 Millionen Euro, was einer Rendite von 3,5 Prozent entspricht. Damit lag Adecco leicht über den Erwartungen, was sich allerdings nicht merklich auf den Aktienkurs auswirkte. Im größten Einzelmarkt Frankreich expandierte das Geschäft um 23 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro, in Nordamerika als der zweitgrößten Region um 17 Prozent auf 921 Millionen Euro. Den Angaben zufolge legte Adecco im März – bereinigt um Arbeitstage – um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Im April schwächte sich die Dynamik weiter ab.

Der Vorstand macht dafür die „viel höhere Vergleichsbasis“ verantwortlich. In vielen Ländern werde man in diesem Jahr weiterhin eine Wirtschaftsbelebung ohne neue Jobs sehen. Angesichts geringerWachstumsraten in den meisten Ländern wollten die Unternehmen im Personal weiterhin flexibel bleiben. Der Vorstand schätzt, dass dies dem Zeitarbeitsvermittler weiterhin Auftrieb verleiht und Preiserhöhungen ermöglicht. Gleichzeitig will Adecco die Kosten im Griff behalten.

Im ersten Quartal stieg der Aufwand für Vertrieb und Verwaltung um 6 Prozent.

FAZ, 11.05.2011


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