U-Bahnschläger Torben P. vs. Ali M.

Möchtegernjournalist Alan Posener, auch gerne „mediale Dreckschleuder“ genannt, darf in der Welt Online mal wieder einen an sich überflüssigen „Artikel“ zum besten geben. Interessant sind nur die letzten fünf Zeilen wo der Sesselfurzer wieder mal ein bisschen Hetze betreibt. Na ja, mehr kann der Vogel ja auch nicht.

Was, wenn der U-Bahn-Schläger Ali M. heißen würde ?

Weil er aus der Mittelschicht(1) kommt: Torben P., Angeklagter im Berliner Friedrichstraßen-Prozess, soll eine neue Chance auf dem Gymnasium bekommen.

Man riskiert keine Anzeige wegen Beleidigung(2), wenn man feststellt, dass der Berliner U-Bahnschläger Torben P. ein verzogenes Bürgersöhnchen ist. Dieser Feststellung widerspricht nicht die Tatsache, dass seine Jugend eine Art Hölle gewesen sein muss. Materiell fehlte es dem Sohn zweier wegen Krankheit früh berenteter Akademiker an nichts. Emotional vermutlich an allem. Am Karsamstag hat der Abiturient in der Berliner U-Bahn einen Handwerker halb tot getreten. Nun steht er vor Gericht. Torben P. ist geständig, behauptet aber, betrunken gewesen zu sein. Das Gericht könnte auf verminderte Schuldfähigkeit erkennen. Was dann? Wohin mit ihm?

Nicht zu uns! So haben es Eltern und Lehrer seiner letzten Schule beschlossen. Man könnte sich einerseits darüber mokieren, dass die Bettina-von-Arnim-Gesamtschule sich aus der Verantwortung stiehlt. Schöne Gutmenschen seid ihr! Andererseits kann man verstehen, dass Eltern und Lehrer dieser Vorzeigeschule im Problembezirk Märkisches Viertel es satt haben, als Reparaturbetrieb für die verzogenen Kinder der Bürger herzuhalten.

Soll denn das Kind auf die Hauptschule?

In bürgerlichen Vororten wie Heiligensee, wo Torben P. aufwuchs, hört man gern auf die Wahlkampfparole der Berliner CDU: „Gymnasien statt Gesamtschulen!“ Bis das eigene Kind – wie Torben P. – nach dem Scheitern an mehreren Edelgymnasien vor dem Nichts steht. Ja, soll denn das Kind etwa auf die Hauptschule gehen? Es ist ja ausweislich der elterlichen Gene so begabt! Plötzlich erscheinen die angeblich geringeren Leistungsanforderungen der Gesamtschule ziemlich attraktiv. Nein, man kann die Eltern und Lehrer der Bettina-von-Arnim-Schule verstehen. Aber wohin mit Torben P.?

Das Erzbistum Berlin hat nun angeboten, Torben P. könne, falls seine Strafe den Schulbesuch erlaube und falls seine Reue echt sei, das katholische Gymnasium Liebfrauen besuchen. „Wir sind verpflichtet, uns damit auseinanderzusetzen, wie wir selbst noch in einem solch schweren Fall vergeben können“, sagte Weihbischof Matthias Heinrich der Zeitung „B.Z.“ Er wolle keiner „falschen Milde“ das Wort reden, aber Christen seien verpflichtet, „den Beschuldigten nicht ein Leben lang fallen zu lassen.“

Wäre Torben P. ein Prolet

Typisch Gutmensch, könnte man einwenden. Immer bereit, dem Täter eine zweite Chance zu geben. Immer bereit, an das Gute im Menschen zu glauben. Dieser Junge ist verdorben(3). Er hat bessere Chancen als andere gehabt, und er hat sie weggeworfen. Wer nie Angst hatte, sein Kind könnte auf die schiefe Bahn geraten, soll über gute Menschen lästern und über den Bischof den Stab brechen. Ich sage: Chapeau, Hochwürden.

Wenn trotzdem ein übler Nachgeschmack bleibt, dann deshalb: Wer würde dem U-Bahnschläger eine zweite Chance geben, wenn er nicht Torben P., sondern Ali M.(4) hieße? Wenn er nicht Sohn eines Staatsanwalts , sondern unehelicher Sohn einer Arbeitslosen, wenn er nicht Abiturient, sondern abgebrochener Azubi, kurzum, wenn er nicht ein Bürgersöhnchen, sondern ein Prolet wäre?

(1) Das ist eine Unterstellung, sonst nichts.

(2) Die nächste irrsinnige und unbewiesene Feststellung

(3) Die nächste unbewiesene Behauptung, ausser Posener ist seit neuestem Psychologe mit Schwerpunkt Jugendkriminalität

(4) Hier poste ich das, was mir WON im Kommentarbereich mit Sicherheit wieder zensieren wird.

Typisch Posener. Überflüssiger Artikel mit ein bisschen Hetze am Ende.
Wäre T.P. nicht Sohn eines Staatsanwalts sondern Sohn eines Arbeitslosen bekäme er die Höchststrafe.

Übler Nachgeschmack.

Wäre T.P. Ali M., dem von Ihnen gewählten Namen nach muslimischer Migrant, würde das Urteil lauten: Zwei Wochen Antiaggressionstraining.

Dieser Nachgeschmack ist m. E. noch viel übler.

Das Urteil wird am 19. September verkündet.

Die Staatsanwaltschaft fordert vier Jahre Haft für den Angeklagten der vorher noch nicht straffällig geworden ist.

Quelle

Weitere Artikel zu dem Fall

http://www.tagesspiegel.de/berlin/torben-p-kann-auf-mildes-urteil-hoffen/4586706.html

http://www.morgenpost.de/berlin/article1755699/Torben-P-kann-mit-mildem-Urteil-rechnen.html

http://www.bz-berlin.de/tatorte/gericht/kommt-torben-p-auf-katholische-schule-article1262979.html

 

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