Einmal Türke, immer Türke

Güls Besuch

Präsident Gül wird in Berlin zu hören bekommen, dass die Türkei Fortschritte gemacht habe. Doch allfällige Diskriminierungen religiöser Minderheiten, von Journalisten, sollten nicht verschwiegen werden.

19. September 2011

Kein Zweifel: Der türkische Staatspräsident Abdullah Gül wird während seines Besuchs in Deutschland weitaus sympathischer wirken als sein Ministerpräsident Erdogan. Der joviale Mann aus Kayseri lächelt oft, während man Erdogan meistens mit tiefernster Miene sieht.

Gül muss häufig auch glätten oder gar ausbügeln, was sein Regierungschef angerichtet hat. In Deutschland ist Erdogan nämlich längst nicht so populär wie gegenwärtig in der arabischen Welt. Auch wenn Gül sich bemüht hat, vorab dessen frühere integrationsfeindliche Äußerungen zu relativieren, so bleibt doch die Parole „Einmal Türke, immer Türke“ Erdogans Credo.

Gül wird in Berlin zu hören bekommen, dass die Türkei Fortschritte gemacht habe; das stimmt. Doch man sollte ihm auch zu Gehör bringen, dass im „Modell Türkei“ gegenwärtig gegen mehr als sechzig Journalisten ermittelt wird; etliche sitzen in Untersuchungshaft. In nicht wenigen Fällen, so sagen Menschenrechtler, seien die Vorwürfe an den Haaren herbeigezogen. Und noch immer klagen auch Aleviten und Kurden über allfällige Diskriminierungen.

Quelle

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