Jemen am Rand des Bürgerkriegs

Zehntausende flüchten aufs Land – Westen mahnt zur Zurückhaltung

In Jemens Hauptstadt Sanaa eskaliert der Machtkampf zwischen Regime und Opposition. Ein Bürgerkrieg steht bevor. Tausende flüchten in Panik. Der Westen verurteilt die Bluttaten, schaut aber ratlos zu.

Passt schon so. Schaun mer halt zu wie sich die musels gegenseitig abschlachten. Hat halt der allah so gewollt gell. Nicht vergessen, keine Flüchtlinge aufnehmen. Die bringen einfach zu viel Liebe und Freude zu uns ins Land.

Sanaa. Mehr als 60 Menschen sind seit dem Wochenende ums Leben gekommen. Über 1000 wurden durch Schüsse oder Granatsplitter verletzt, während sich die Kämpfe in die Wohnviertel ausbreiten. Zehntausende verließen die Stadt in Panik. Gesandte der Vereinten Nationen und des Golf-Kooperationsrates versuchten hektisch, zwischen den Fronten zu vermitteln. Saudi- Arabiens König Abdullah traf mit Jemens Präsident Ali Abdullah Saleh zu einem Krisengespräch zusammen, der seit einem Attentat im Juni in Riyadh im Krankenhaus liegt. Zum ersten Mal droht der Machtkampf im Jemen sich zu einem offenen militärischen Konflikt auszuweiten. Auf der einen Seite stehen die regimetreuen Republikanischen Garden, die das Rückgrat des Regimes von Präsident Saleh bilden. Auf der anderen Seite die Soldaten der im März desertierten Ersten Division unter Kommando von General Ali Mohsen al-Ahmar. Gestern lieferten sich beide Lager den dritten Tag in Folge Feuergefechte rund um den „Platz der Veränderung“, wo tausende Demonstranten der Jugendbewegung seit acht Monaten campieren und den Rücktritt des Präsidenten fordern. Am frühen Morgen schlugen nach Augenzeugenberichten drei Raketen in der Zeltstadt ein und töteten zwei Bewohner. Auch in anderen jemeniti- schen Städten kam es zu Gewalttaten. Der Flughafen von Sanaa wurde geschlossen, alle Maschinen in die Hafenstadt Aden umgeleitet. Die Kämpfe in Sanaa waren am Sonntag ausgebrochen, als Demons- tranten versuchten, ihre Zeltlager weiter in Richtung des Präsidentenpalastes auszudehnen. Gardesoldaten des Regimes nahmen die Aktivisten unter Feuer. Soldaten des abtrünnigen Generals Al-Ahmar schrit- ten zu ihrer Verteidigung ein. Am Montagabend gelang es den Regimegegnern dann zum ersten Mal, eine kleinere Kaserne der Republikanischen Garden zu besetzen und die Waffen zu erbeuten. Die Republikanischen Garden werden von Salehs Sohn Ahmed kommandiert. Salehs Neffe Yahya steht an der Spitze der Anti-Terror- Spezialkräfte. Vergangene Woche hatte er sich gebrüstet, jedem das Genick zu brechen, der versuchen sollte, Saleh mit Gewalt zu stürzen. Saudische Diplomaten hatten zuvor erklärt, Saleh werde nicht in den Jemen zurückkehren und „innerhalb einer Woche“ ein Abkommen über eine geordnete Machtübergabe unterschreiben. Der Potentat stellt aber als Bedingung, dass sein Sohn Ahmed an der nächsten Regierung beteiligt wird. Das ist für die Opposition völlig unannehmbar. Die USA und Europa verurteilten die Bluttaten, forderten alle Seiten zu Zurückhaltung auf und verlangten von Präsident Saleh, die Macht umgehend abzugeben. Der sieht sich seit Beginn des Arabischen Frühlings einer breiten Opposition gegenüber aus jungen Demonstranten, die mehr Demokratie fordern, islamistischen Parteien, abtrünnigen Truppen sowie Kämpfern des mächtigen Ahmar-Stammes.

Quelle

 

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: